Liebe Leserin, lieber Leser,
Lebendigkeit entsteht durch Veränderung. Insofern sind wir höchst lebendig - ein Blick in die Redaktion kurz vor Drucklegung würde das bestätigen. Wir verändern uns ständig, passen an, justieren neu – Prozesse, die mit immer mehr Aufmerksamkeit und Zustimmung honoriert werden. So können wir ab dieser Ausgabe die über 900 Mitglieder des Bundes der Bildenden Künstler als neue Abonnenten begrüßen. Da kommt man schnell auf das Wort Synergie – schrecklich überdehntes Wort – das aber in seiner ursprünglichen Bedeutung (griech. syn = zusammen, ergein = arbeiten) etwas sehr schönes meint: Zwei Partner vereinbaren eine Zusammenarbeit, von der beide etwas haben. Die 900 sächsischen Künstler und Institutionen bekommen vier Mal im Jahr ein hochwertiges Magazin auf den Tisch und wir werden präsenter in unserem Zielgebiet.
Apropos Zielgebiet. Die ersten Ausgaben von Kunststoff waren naturgemäß noch sehr Leipzig-lastig. Doch die Themen des neuen Magazins zeigen, dass wir unserem Ziel, ein Kulturmagazin für den gesamten mitteldeutschen Raum zu werden, immer näher kommen. Im Literaturteil richten wir unseren Fokus dieses Mal auf Thüringen und hier insbesondere auf Weimar, eine Stadt, die wie jede Touristenstadt davon lebt und darunter leidet, konserviert zu sein. Der Autor Jens-Fietje Dwars, der die Presse zur Zeit mit seiner Peter-Weiss-Biografie begeistert, beleuchtet anlässlich der großen Ausstellung „Ereignis Weimar“ die zwei Seiten der Stadt: das Prunkvolle und das „durchaus Scheyßige“, wie Goethe es nannte, bevor er sich nach Italien aufmachte.
Im Blickpunkt des Kunstteils liegt Halle, das mit seiner Kunst- und Designhochschule einen wichtigen Akzent junger Kunst in Sachsen-Anhalt setzt. Rektor Ulrich Klieber stand und anlässlich der Veröffentlichung seines neuen Buches „Wege zum Bild“ Rede und Antwort über sein Konzept von Kunst und Kunstvermittlung.Und im Theaterteil werden Sie, wenn Sie aufmerksam lesen, das Wort Hellerau recht häufig finden, jenen Ort, der in den 20er Jahren für eine unbeschwerte Kunst- und Lebensform stand – ein Konzept, das europaweit Aufmerksamkeit erregte.
Unser Blick weitet sich. Wir hoffen, der Ihrige mit der neuen Ausgabe von Kunststoff auch,
herzlich
Ihr Jonas Plöttner
P.S. Als neue Mitarbeiter begrüßen wir ab dieser Ausgabe Renate Hofmann, die unsere Ansprechpartnerin für die Werbung ist, sowie Antje Borrmann, die sich um den PR-Bereich in Dresden kümmern wird.