Liebe Leserinnen, liebe Leser,
zum ersten Geburtstag haben wir Kunststoff ein neues Kleid genäht. Den ganzen Sommer über haben wir in unseren Büros gesessen und über neuen Schnittmusterbögen für die einzelnen Seiten diskutiert. Wir sind sehr froh, Ihnen heute eine Ausgabe vorlegen zu können, die unserer Idee von einem hochwertigen Kulturmagazin für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen am nächsten kommt.
Einer der besonderen Stoffe, aus denen die vierte Kunststoff-Ausgabe besteht, ist die Fotografie. In einer Zeit, in der auch die Sprache der Bilder einen immensen Verlust der Glaubwürdigkeit hinzunehmen hat, scheint die Kunstfotografie eine Renaissance zu erleben. Mit Arbeiten des Weimarer Fotografen Claus Bach und einer Erinnerung an die Leipziger Fotografen Renate und Roger Rössing stellen wir Ihnen wichtige Impulsgeber dieses Genres vor.
Der ukrainische Schriftsteller Jurij Andruchowytsch ist spätestens seit seinem Auftritt anlässlich der Verleihung des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung in aller Munde. Mit spitzer Feder schildert er die dramatische Entwicklung seines Heimatlandes zwischen Abnabelung von der ehemaligen Sowjetunion und Annäherung an die Europäische Union. Die Premiere seines Theaterstückes „Orpheus, illegal“ haben wir zum Anlass genommen, mit ihm ins Gespräch zu kommen.
Während wir noch ganz am Anfang stehen und unsere Eckkoordinaten markieren, begegneten wir einem Menschen, der sein künstlerisches Terrain über viele Jahre auf beeindruckende Weise abgesteckt hat. Der Schriftsteller Werner Heiduczek spricht mit Michael Hametner über die Gelassenheit des Alters und sein literarisches Werk.
Viel Spaß beim Lesen und Schauen wünscht Ihnen
Jonas Plöttner