So vielfältig die Sichtweisen auf Leipzig als „Buchstadt“ sind, so vielfältig sind die Argumente, mit denen sie heute als solche entweder totgesagt, als weiterhin lebendig oder im Wandel begriffen wird. Unbestreitbar ist, dass die glanzvolle „Buchstadt“ im letzten Jahrhundert einen enormen Bedeutungsverlust erfuhr, der sich nicht nur in der Zerstörung der buchhändlerischen Infrastruktur im Zweiten Weltkrieg und der anschließenden Abwanderung der Fachkräfte nach Westdeutschland äußerte. Auch die Wirtschafts- und Kulturpolitik der DDR forcierte das weitere Ausbluten insbesondere auf Verlagsebene. Am Ende der DDR waren von einer einst so blühenden Leipziger Verlagslandschaft nur noch 32 Verlage übrig, immerhin fast die Hälfte aller offiziell 78 DDR-Verlage. Diese Verlage waren jedoch umso stärker im kulturellen Gedächtnis der „Buchstadt Leipzig“ verwurzelt. Heute, 20 Jahre nach der politischen Wende, scheint von den Verlagen der ehemaligen DDR wenig übrig geblieben zu sein. Die Studie untersucht, welche Auswirkungen die einschneidenden Entwicklungen nach 1989 auf die Leipziger Verlagslandschaft hatten. Ausgehend von einer Gesamtbetrachtung der Verlagslandschaft der DDR werden die Auswirkungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbruchs nach der politischen Wende sowie die Rolle der Treuhandanstalt in den Privatisierungsprozessen näher beleuchtet. Im Hauptteil der Studie wird in Einzelfallanalysen auf spannende Weise beschrieben, wie sich die etablierten Verlage in Leipzig nach 1989 bis heute weiterentwickelt haben, mit den entsprechenden Auswirkungen auf das Selbstverständnis Leipzigs als „Stadt des Buches“. Abgerundet wird die Arbeit sowohl durch einen Ausblick auf die seit 1989 erfolgten Neugründungen, als auch auf die Entwicklung jener Institutionen, die den Charakter Leipzigs als Buchstadt bei angemessener politischer Unterstützung auch weiterhin prägen könnten.
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über den Autor
Pressestimmen:
"Übrig geblieben von der Buchstadt Leipzig, so Mario Gäbler, ist eine einzigartige Historie, die auch heute noch durch viele Institutionen repräsentiert wird."
"'Leipzig war und ist weiterhin ein Brainpool für Büchermenschen.' Er treffe, so resümiert Gäbler, 'im bundesdeutschen Verlagswesen ständig auf Leipziger'."
(Mario Gäbler im Interview mit Tobias Prüwer, Kreuzer, September 2010)"Was ist denn nun noch übrig von der Buchstadt Leipzig? Warum sorgte in den letzten Jahren jede Schließung eines Verlags-Ablegers für so viel Wirbel? War Leipzig denn vorher eine Buchstadt? Oder wird da über einen Mythos geheult? – Mario Gäbler wollte es wissen und ging recherchieren."
(Ralf Julke, 28.04.2010, Leipziger Internetzeitung)
zum Artikel"Am Anfang seines Studiums hat er sie noch fotografiert: Die alte Druckerei am Johannisplatz mit ihren zerschlagenen, das Sonnenlicht reflektierenden Scheiben. Oder das verlassene Gebäude des Leipziger Kommissions- und Großbuchhandels in der Prager Straße. Er hat ihn geliebt, diesen morbiden Charme der Vergänglichkeit. 'Ruinen stellen Fragen, die beantwortet werden müssen', sagt der junge Autor heute. [...]"
(Mario Gäbler im Interview mit der Leipziger Volkszeitung)
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"In den Medien taucht Leipzig als Buchstadt in der Regel nur dann auf, wenn wieder einmal einer der Traditionsverlage den Ort verlässt. [...] Dabei wurde stets verkannt, dass diese sehr bekannten Verlage längst nicht mehr das Bild der Verlagsstadt Leipzig prägten. [...] Leipzig ist und bleibt weiterhin ein Brainpool für Büchermenschen [...]."
(Mario Gäbler im Interview mit buch-pr)
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Interview mit Michael Faber (Kulturbürgermeister und Verleger), Mario Gäbler (Autor), Prof. Siegfried Lokatis (Buchwissenschaftler) und Jonas Plöttner (Verleger), gesendet am 18. März 2010 auf WDR 3 (.mp3)
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Interview mit Mario Gäbler auf Uniradio Mephisto (.mp3)
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