Reinhard Bernhof

Herbstmarathon - Innenräume einer sanften Revolution

Herbstmarathon - Innenräume einer sanften Revolution

»Die Leipziger Protokolle«

Reinhard Bernhof erzählt in seinem Buch den Umbruch 89, der in Leipzig seinen Anfang nahm. Seine Texte leben überwiegend von der persönlichen Teilnahme an den Aktivitäten vor und in der Bürgerbewegung, in einer Zeit realer Gefahr, als die sich überstürzende Entwicklung noch keine Richtungen erkennbar werden ließ: Angst, Staunen, Mitgerissensein bis zum Mitdenken und Handeln.

Sie beginnen bei den noch voreinander verborgenen ersten Schritten von Leipzigern, die in geheimgehaltenen Wohnungen erregt Veränderungen einforderten – und sie führen Schritt für Schritt zur Begegnung mit dem eigenen Bedürfnis nach Freiheit und dem entfremdeten Mit-Bürger. – Da Bernhof einer der allerersten Kontaktmänner des Neuen Forums war, konnte er seine Beobachtungen in der direkten Begegnung mit den verängstigten und doch aufbrechenden Menschen deutlich erkennen.

"Gelegentlich musste ich schmunzeln – Stichwort Pieck-Vorwort im Autoatlas –, gelegentlich fühle ich mich an eigene Eindrücke erinnert, etwa bei Ihrer Schilderung der Banalität, Tristesse und Geistlosigkeit in den Büros der Runden Ecke ... Ich wünsche Ihnen ..., dass Sie Ihre scharfe Beobachtungsgabe, Ihre politische Unerschrockenheit und ihre Wortmächtigkeit auch an den heutigen Verhältnissen erproben, denn auch die haben den kritischen Blick nötig..."
Johannes Rau

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Über Reinhard Bernhof und sein Buch "Herbstmarathon (Neues Deutschland 27./28.11.2010)
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über den Autor

Außerdem im Plöttner Verlag erschienen:

Wegen Schweigens zeige ich mich an (Dezember 2009)

Die Sitzer - Eine authentische Skurrilität (Mai 2009)

Goldgräberland - Ground Poetry (Frühjahr 2007)

Augenblicke der Kinder - Erzählungen für Kinder (Frühjahr 2006)

Pressestimmen:


"Der Schriftsteller Reinhard Bernhof schildert erlebte 'Geschichte von unten' und zeichnet ein facettenreiches Bild vom allmählichen Untergang der staatstragenden "Gewissenhaften ohne Gewissen". (...) Die Dialoge, die Bernhof nachzeichnet, sind wertvoll. Dass er sie mit un-verhohlener Bitternis als Gegenstück und nicht als Er-gänzung zu anderen Darstellungen über den Herbst in Leipzig verstanden wissen will und seine persönliche Enttäuschung über den Fortgang der Ereignisse stets mitschwingt, schmälert die Eindringlichkeit seiner im Nachhinein verfassten Protokolle nicht."

(Jacqueline Boysen, Deutschlandfunk, 2004)

"Die Leipziger Protokolle - das sind unbekannte Innenräume einer sanften und abgewickelten Revolution, sie teilen bisher noch nicht beschriebene authentische Erfahrungen des heute in Leipzig lebenden Schriftstellers Reinhard Bernhof mit, der damals, 1989, einer der allerersten Kontaktmänner des Neuen Forums war. Seine "Leipziger Protokolle" beginnen bei den noch voreinander verborgenen ersten Schritten von Leipzigern, die in geheim gehaltenen Wohnungen erregt Veränderungen einforderten - und sie führen Schritt für Schritt, zur Begegnung mit dem eigenen Bedürfnis nach Freiheit und mit dem entfremdeten Mitbürger."

(mdr FIGARO, 2004)


"Im Buch von Reinhard Bernhof kann man auch nachlesen, dass es keineswegs nur Intellektuelle, Pfarrer, Literaten und Künstler waren, die die Wende einleiteten, sondern viele so genannte einfache Menschen, die sich mit der Situation im selbsternannten 'Arbeiter- und Bauernstaat' nicht mehr abfinden wollten und auf Veränderungen drängten. Ihnen allen, ihren Ängsten, Hoffnungen und Enttäuschungen, ihrem Mut und letztendlich ihrem Sieg setzt Reinhard Bernhof mit seinem Buch ein Denkmal. In ihm wird eine entscheidende Phase der jüngeren deutschen Geschichte so lebendig, wie es viele noch so gut geschriebene wissenschaftliche Untersuchungen nicht annähernd darstellen können."

(Hubert Rübsaat, Norddeutscher Rundfunk, 2004)

"Das zeithistorische Protokoll der Leipziger Montagsdemonstration vom 16. Oktober 1989 stammt aus einer Phase, als angesichts der sich überstürzenden Entwicklung in der DDR noch keine Richtung erkennbar war. Der Text schildert die zögernde, ja ungläubige Initiative von Menschen, die unter großer Gefahr für eine demokratische Wandlung warben. Auf beeindruckende Weise werden der Mut und die Friedfertigkeit der Demonstranten, aber auch das völlige Versagen einer sklerotischen Staatspartei deutlich."

(DAS PARLAMENT: Aus Politik und Zeitgeschehen Nr. 41- 42, 2004)

"Die abgewickelte Revolution - Vor 15 Jahren begann in Leipzig eine friedliche Revolution. Von jenen, die den Aufbruch initiierten und schließlich erlebten, wie ihre Revolution abgewickelt wurde, berichtet Reinhard Bernhof: authentisch, kritisch und überzeugend. Er beobachtet den Untergang einer Staatsführung, die ihre Ideale längst verraten hatte. Und er beschreibt den hoffnungsvollen Neubeginn, der oft zu neuem Opportunismus führte, zu Massenspaß und Massenarbeitslosigkeit. Dass er seine 'scharfe Beobachtungsgabe', 'politische Unerschrockenheit und Wortmächtigkeit auch an den heutigen Verhältnissen erproben' möge, wünscht ihm Bundespräsident a.D. Johannes Rau, 'denn auch die haben den kritischen Blick nötig'."

(vorwärts 10/2004)

"... Der Leipziger Schriftsteller Reinhard Bernhof war 1989 Mitbegründer des "Neuen Forum". Maßgeblich war er an der Organisation der Friedensgebete und Montagsdemonstrationen in Leipzig beteiligt. Und er gehörte zu jenen Persönlichkeiten, die das Gebäude der Staatssicherheit an der Runden Ecke versiegelten.
Die geschichtlichen Ereignisse, die er nüchtern, aber dadurch um so spannender in den "Leipziger Protokollen" schildert, sind bisher so gut wie unbekannt geblieben. Lebensnah beschreibt er unmittelbar aus seinem persönlichen Erleben die Vorgänge des gesellschaftlichen Umbruchs zwischen dem 16. September 1989 und Februar 1990, wie sie wirklich verliefen und welche Menschen sie bewegten, die, damals unbewußt, Weltgeschichte schrieben. Das Volk zwang über Nacht mit friedlichen Mitteln einen ungeliebten Staat zum geschichtlichen Untergang. Der Autor läßt diesen einmaligen Prozeß greifbar und transparent werden."

(ZEITPUNKT Studentenführer, Nr. 12)

  • Protokolliteratur, 199 Seiten, Broschur
  • Art.Nr.: 978-3-95537-076-3
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