Nils Mohl

Ich wäre tendenziell für ein Happy End

Ich wäre tendenziell für ein Happy End

Ein Mann verirrt sich am Feierabend in seinem Wohnviertel und ihm entgleitet binnen weniger Stunden sein Leben. Der Gast einer Silvesterparty findet sich plötzlich in einem Action-Film wieder und sieht sich zwischen rauschhaft Feiernden vor die Frage gestellt: „rotes oder blaues Kabel?“ Ein dritter füllt den Anrufbeantworter seiner Geliebten mit Geschichten über einen Stau auf der Autobahn – eine entlaufende Giraffe hat ihn ausgelöst, die Wartenden schliddern unversehens in Katastrophen.
Nils Mohl hebt in seinen Storys die Decke bürgerlichen Daseins an und entdeckt darunter Surreales – Ausbruchsphantasien, kleine Freiheiten, Schmerz, Melancholie. Mohls Figuren stoßen ständig an die Grenzen ihrer Beziehungsfähigkeit, doch der Autor begibt sich dabei nicht auf die Suche nach Ursachen, er beobachtet exakt und überlässt es dem Leser, Schlüsse zu ziehen.
Die Sprache von „Ich wäre tendenziell für ein Happy End“ ist sinnlich, rasant, lakonisch. Wenn Nils Mohl ansetzt ist es, als säße man mit seinen Vorstadt-Helden im Wohnzimmer und warte auf einen Rückruf der Frau, oder als läge man mit dem Wolkenknipser auf einer Wiese am See. Geschichten wie Bilder von Edward Hopper!

 

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über den Autor


Pressestimmen

"Rasante Geschichten in Zeiten des Zappens...Aus seinem Buch mit zwölf Kurzgeschichten...hatte Nils Mohl zwei für die Zuhörer ausgesucht, die er so lakonisch und prägnant vortrug, wie die Storys selbst sind...sowohl inhaltlich als auch formell sehr modern, sehr auf Höhe der Zeit - einer Zeit, in der Mohls Charaktere immer wieder an die Grenzen ihrer Beziehungsfähigkeit stoßen, ganz offensichtlich auch in der Beziehung zu sich selbst."

(Oberhessische Zeitung, 06.10.2009) 
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"Und so treiben Nils Mohls Heldinnen und Helden genauso hilflos und erfolgsgenötigt durchs Leben wie die Figuren in Carvers Geschichten, sprechen über das, was sie quält und umtreibt mit niemandem, aber quälen einander in einem Tanz der leeren Worte, falschen Rollen. Die Erfolgsattribute der schönen neuen Welt machen einsam, Liebesgeschichten werden zu Kraftakten … Und das Happy End an dieser Besprechung? - Es gibt keines. Zumindest für Leute, die derart genaue Blicke in die unheilige Welt moderner Einsamkeiten nicht mögen. Wer Carver mag, ist hier bestens bedient. Und wird sich - wie bei Carver - wünschen, dass da noch mehr kommt. Hauptsache, der Bursche lässt das Rauchen sein."

(Ralf Julke, Leipziger Internetzeitung, 07.08.2009) 
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"Irrgarten der Phantasmen in der gutbürgerlichen Vorstadt"

"(...) Immer wieder ringen Mohls Helden um Orientierung; wissen nicht, was ihnen geschehen ist, wissen nicht, was ihnen demnächst passiert. Dazu ist es knapp, unprätentiös und gelegentlich angenehm lakonisch geschrieben: Nils Mohl verdient es, nicht nur geehrt, sondern mehr noch gelesen zu werden."

(Frank Keil, Die Welt, 29.06.2009) 
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"Kurze Sätze, lakonische Beschreibungen und skurrile Situationen sind die Elemente, mit denen der Gewinner des Hamburger Förderpreises für Literatur die bürgerliche Gesellschaft witzig und stilsicher karikiert."

(Der Hamburger, Frühjahr 2009)

  • Short Storys, 136 Seiten, gebunden
  • Art.Nr.: 978-3-938442-65-4
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