Günter Richter erzählt in skurril-komischen Episoden die Lebensgeschichte seines fiktiven Kollegen Balthasar aus Lindelein, der sich aufmacht, um die Formel für unsterbliche Kunst zu finden.
Der Leser wird in die abstruse Weltanschauung des Künstlers Balthasar hineingezogen, welcher als Kind anhand eines minderwertigen Vierfarbendrucks des Gemäldes „Toledo vor dem Gewitter“ des alten Meisters El Greco eine wahre Besessenheit zu diesem Bild entwickelt.Der dann zum Maler ausgebildete junge Mann macht sich daraufhin auf den Weg nach Spanien, um den Originalschauplatz des Bildes zu finden und das Grab El Grecos aufzusuchen. Die Kunst seiner Zeitgenossen lehnt er dagegen aufgrund ihrer Sinnentfremdung und kommerziellen Hintergedanken zutiefst ab. Er ist sich sicher, in dem Meisterwerk des verehrten Malers den Schlüssel zur unsterblichen Kunst zu finden.
Eine Reise in die Vergangenheit, nicht nur der Kunst, mit viel Humor, Wahrheit und befremdlichen Situationen ist die Folge, in deren Verlauf Balthasar allerlei skurrilen Gestalten begegnet und Zeuge ungewöhnlicher Episoden der menschlichen Natur wird.
Mit jeder Zeile des eingängigen Leseflusses taucht man tiefer in die Handlung des Romans ein. Possenhaft werden Situationen geschildert, deren Hang zur Wahrheit besser erkennbar ist, je beißender der Humor wirkt. Der Autor, selbst ein Maler der Leipziger Schule, lässt jedem Urteilswilligen genug Raum für seine eigenen Gedanken über Entfremdung und Interpretation und schafft mit seinem Künstlerroman einen originell-ironischen Kommentar auf die Kunst der Moderne.
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über den Autor
Rezensionen
"ein skurril-ironischer Künstlerroman"
"[...] eine Abfolge unerwarteter Skurrilitäten, kauziger Episoden von leiser Fantastik, Exterieurs und Interieurs surreal oder dada - in feiner Prosa gemalte Bilder."
"Raffinierter Genuss für kunstinteressierte und geübte Leser und Leserinnen."
(Peter Schunda, ekz, 06.12.2010)zum Artikel"Es gibt sie, diese Doppel-Talente, die nicht nur eine Kunst beherrschen, sondern zwei oder drei. [...] Nun hat sich auch der 1933 geborene Maler Günter Richter ins gedruckte Land begeben mit einem Roman. "Bocksprünge" heißt der. Und wer von einem Maler, der auch in seinen Bildern gern mit surrealen Elementen spielt, ein ebensolches Werk erwartet, wird nicht enttäuscht."
"[...]schafft es Richter immer wieder, jene rätselhafte Atmosphäre herzustellen, wie man sie aus Goethes "Wilhelm Meister" kennt oder aus den größeren Erzählungen Tiecks: Hinter der sichtbaren Kulisse scheinen sich Dinge abzuspielen, die der Besucher nicht wirklich entziffern kann."
(Ralf Julke, Leipziger Internetzeitung, 16.05.2010) zum Artikel