Schwarz wie eine Mamba
Ein emeritierter kanadischer Universitätsprofessor beschuldigt seinen früheren Vorgesetzten, bei der Waffen-SS Häftlinge erschossen zu haben. Diese Nachricht bringt 2 Menschen dazu, sich mit der Vergangenheit des Vaters auseinanderzusetzen, der zur gleichen Zeit am gleichen Ort war. Der Sohn will wissen, ob sein Vater an dem Verbrechen beteiligt war und nimmt Kontakt mit dem Professor auf. Seine Halbschwester führt eine Korrespondenz mit beiden und unterstützt den Professor bei seiner Suche nach Gerechtigkeit. Aus der Perspektive dieser 3 Personen rollt die Autorin den Fall auf und zeigt dabei, wie Verdrängung und Verschweigen das Leben der Beteiligten geprägt hat. Dass traumatische Erlebnisse der Eltern auch die Kinder belasten, wird in der letzten Zeit immer häufiger thematisiert: z.B. von A.E. Ustorf ("Wir Kinder der Kriegskinder": BA 12/08) oder S. Bode ("Kriegsenkel", BA 5/09).
Literarisch verarbeitet hat Ulla Hahn in "Unscharfe Bilder" (BA 10/03) eine ähnliche
Thematik. In ihrem Debüt ist es der Autorin gelungen, ein schwieriges Kapitel deutscher Geschichte berührend darzustellen.
Empfehlenswert.
(Elsbeth Wigger, ekz, 05.07.2010)